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Praxisbeispiele

Praxisbeispiele der Frühen Hilfen in Nordrhein-Westfalen

Die Landeskoordinierungsstelle Frühe Hilfen für Nordrhein-Westfalen hat eine Befragung der Netzwerkkoordinator*innen und Anbieter der Frühen Hilfen in ihrem Zuständigkeitsbereich durchgeführt. Das Anliegen der Befragung war, einen Wissenstransfers innerhalb der Fachcommunity zu organisieren und die Wege der Information, Begleitung und Unterstützung von (werdenden) Familien während der Zeiten der Kontakteinschränkungen zu beschreiben. Etwa ein Drittel der Kommunen hat an der Befragung teilgenommen. Die Landeskoordinierungsstelle hat die Rückmeldungen ausgewertet und in einem Artikel zusammengefasst. Hier werden fünf Handlungsstrategien beschrieben:

  • (Digitale) Angebote für Familien im Rahmen der Frühen Hilfen
  • Kontaktmöglichkeiten im Rahmen der Gesundheitsorientierten Familienbegleitung
  • Lotsendienste in Geburtskliniken
  • Willkommensbesuche für Neugeborene
  • Kommunikation in den Netzwerken Frühe Hilfen

Den gesamten Artikel hierzu stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.

 

Frühe Hilfen in Zeiten von Corona gestalten - Online-Befragung von Gesundheitsfachkräften durch das NZFH

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) hat eine qualitative Online-Befragung von Gesundheitsfachkräften in den Frühen Hilfen durchgeführt. Dabei wurde sowohl die eigene berufliche Situation der Gesundheitsfachkräfte als auch die Situation der Familien beleuchtet. Weitere Informationen zur Befragung finden Sie hier.

Die Antworten der Gesundheitsfachberufe zur Frage nach der Gestaltung ihres beruflichen Auftrags unter den Maßgaben der Kontaktbegrenzung zeigen folgende Handlungsansätze und Herausforderungen in der Praxis:

  • Die Gesundheitsfachberufe führen ihre Beratungs- und Betreuungstätigkeit weiter. Ungefähr die Hälfte der Fachkräfte tut dies ausschließlich oder überwiegend in Form von telefonischer Beratung anstatt mit Hausbesuchen.
  • Die Verlagerung der Beratung auf telefonische und digitale Kontakte geht damit einher, dass die Frequenz der Kontakte erhöhte wurde.
  • Hausbesuche werden auf die dringendsten Fälle begrenzt und werden unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregelung oder im Freien durchgeführt.
  • Hausbesuche werden vor allem zur Krisenintervention und zur Abklärung bzw. Abwendung einer möglichen Kindeswohlgefährdung weiterhin durchgeführt.
  • Die veränderten Bedingungen haben zu deutlichen Begrenzungen in den Aufnahmekapazitäten geführt: rund ein Drittel der Fachkräfte gibt an, dass sie aktuell keine neuen Familien aufnehmen können. Die Gründe liegen zum einen in der fehlenden Möglichkeit zu Hausbesuchen und Erstkontakten, zum anderen aber auch in den begrenzten Kapazitäten. Begrenzungen ergeben sich aus den Anforderungen der laufenden Arbeit und den krankheitsbedingten Vertretungen.

Ausführlichere Informationen zu den Befragungsergebnissen bezogen auf die berufliche Situation der Gesundheitsfachkräfte finden Sie hier.

Die Gesundheitsfachkräfte wurden auch zu ihren Einschätzungen bezüglich der Situation der Familien im Zeichen von Corona befragt. Aus den Ergebnissen zu diesem Fragebereich wird deutlich:

  • Die Familien wenden sich mit ihren Fragen an die Gesundheitsfachkräfte. Dabei geht es wesentlich um Information zu Regelungen bezüglich des Kontaktverbots aber auch zu Hygieneregeln, Schutzmöglichkeiten und Übertragungswegen besonders auch im Blick auf die Kinder.
  • Knapp zwei Drittel der Gesundheitsfachkräfte sehen ein erhöhtes Risiko für Gewalt in den Familien. Knapp jede fünfte Fachkraft nimmt bereits erste Anzeichen eines erhöhten Gewalt-Risikos in Familien wahr.

Die Gesundheitsfachkräfte selbst sehen in ihren originären Aufgaben der Beratung und Begleitung im Rahmen der Frühen Hilfen eine mögliche und gerade auch in der aktuellen Situation besonders wichtige Unterstützung für die Familien.

Weitere Informationen zu den Befragungsergebnissen bezogen auf die Sicht der Gesundheitsfachkräfte auf die Situation der Familien finden Sie hier