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Praxisbeispiele

Was brauchen junge Menschen in Zeiten der Unsicherheit und Isolation? Momentan gilt es vor allem

  • Beziehungen zu pflegen
  • jungen Menschen Informationen, Inspirationen und Rückhalt zu geben
     

Verlässliche Erreichbarkeitsstrukturen und niedrigschwellige Zugänge sind dafür besonders wichtig. Hier einige Beispiele, wie dies gelingen kann:

  • Die Stadtteilschule Alter Teichweg in Hamburg sendet zum Beispiel auf Youtube eine tägliche Late Night Show. Als Moderator berichtet der Schulleiter von seinen Erlebnissen und schaltet Schülerinnen und Schüler als Gäste zu, die wiederum von ihrem Schulalltag zu Hause berichten. Denn unabhängig davon, ob das Lernen digital gut funktioniert – das Herz der Schule, das Zusammensein, das soziale Lernen und der Austausch dürfen nicht aus dem Blick geraten.
    https://www.youtube.com/watch?v=IXQAqrW5A5E
     
  • Wie geht es eigentlich den Jugendlichen? Darauf gibt das Forum der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit in den nächsten Wochen regelmäßig Antwort. Das erste Interview mit einer Fachkraft aus dem Projekt „Die 2. Chance“ findet sich hier:
    https://jugendsozialarbeit.news/coronakrise-wie-geht-es-eigentlich-den-jugendlichenim-projekt-die-2-chance/
     
  • Das Projekt „Jugendreporter“ des AJK (Alternative JugendKultur) Bad Kreuznach e.V. gibt jungen Menschen bis 27 die Möglichkeit, unter professioneller Begleitung der Journalistin Seren Evisen darüber zu schreiben, was sie bewegt. Ein Teil der Artikel wird die Stadtteilzeitung „Blickpunkt Pariser Viertel“ füllen, ein anderer wird auf der Internetseite www.bad-kreuznach.de/JSQ veröffentlicht. Auf Grund der aktuellen Entwicklungen war es der Projektgruppe wichtig, das Projekt trotz empfohlener Quarantäne in Form digitaler Interviews fortzusetzen.

    „Wir haben einen Bildungsauftrag und eine Verantwortung gegenüber den teilnehmenden jungen Menschen. Viele haben auf Grund der empfohlenen Ausgangssperre keine sozialen Kontakte außerhalb ihrer Familien und möchten aber ihre Zeit sinnvoll nutzen. Daher führen wir die Interviews digital durch, schreiben gemeinsam über ihre Erfahrungen in der aktuellen Viruskrise und wie sich ihr Leben dadurch veränderte. Die Jugendlichen sind sehr motiviert und freuen sich, dass wir das Projekt in dieser Form weiterführen können“, so Seren Evisen (Projektleitung).
    Das Projekt ist kostenlos, Interessierte könnten sich gerne bei Seren Evisen (seren.evisen@ajk-kulturzentrum.de) melden.
     
  • Die Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Sachsen e.V. baut derzeit ein „digitales Jugendhaus“ auf, in dem Aktionen und Ideen rund um die Arbeit mit jungen Menschen gesammelt werden. https://www.agjf-sachsen.de/das-digitale-jugendhaus.html
     
  • Die Plattform https://wir-sind-da.online/ des BDKJ bietet jungen Menschen regelmäßig digitale Veranstaltungstipps für’s Wochenende an.
     
  • Die Streetworker von Fixpunkt und Karuna haben in Berlin mobile Händewaschstationen aufgebaut. Sie versuchen obdachlose Jugendliche an ihren Treffpunkten aufzusuchen, um über das Virus und Schutzmöglichkeiten zu informieren. Außerdem verteilen sie Getränke und Lunchpakete und betreuen junge Menschen, die ärztliche Hilfe benötigen, über das Handy.
     
  • Fixpunkt und Karuna, aber auch die Jugendinitiative MOMO versuchen derzeit, obdachlose und drogenabhängige Jugendliche in Einrichtungen oder Hotels unterzubringen.
     
  • Für junge Menschen, die auf der Straße, in Not- und Sammelunterkünften und in prekären Wohnverhältnissen leben, sind die Corona-Verordnungen kaum zu realisieren. Gerade jetzt sind die Fachkräfte von Streetwork/Mobiler Jugendarbeit gefordert, den Adressat*innen als verlässliche Ansprechpartner*innen zur Seite zu stehen, sowohl digital als auch „Face-to-Face“. Das Positionspapier der Bundesarbeitsgemeinschaft Streetwork/ Mobile Jugendarbeit e.V. zeigt auf, welche fachlichen Standards jetzt besonders von Bedeutung sind.
     
  • In der Stadt Hamm führten die Corona-bedingten Einschränkungen der Sparkasse dazu, dass 330 junge Menschen ohne festen Wohnsitz keinen Zugang zu den Leistungen zum Lebensunterhalt erhielten. Deswegen hat der Katholische Sozialdienst e.V. zusammen mit der Drogenberatungsstelle, der Sozialberatungsstelle, dem Jobcenter und der Sparkasse eine ungewöhnliche Lösung organisiert. Mehr dazu finden Sie hier.
     
  • Die Jugendberufshilfe in Essen bietet ein Sorgentelefon, die Notbetreuung des Offenen Ganztags und Spaß- und Bewegungsangebote in den sozialen Netzwerken an. Darüber hinaus hat sie eine Initiative gestartet, um in der Textilwerkstatt zusammen mit den jungen Menschen Atemschutzmasken für die ortsansässige Feuerwehr zu nähen.
     
  • Der Jugendmigrationsdienst Wuppertal hat ein Filmprojekt gestartet, um jungen Menschen dabei zu helfen, ihre Ohnmacht und Isolation zu verarbeiten. https://www.jugendmigrationsdienste.de/aktuell/detail/detail/corona-diaries-junge-filme-gegen-den-untergang/ Die Jugendmigrationsdienste bieten außerdem Online-Beratung auf Deutsch, Türkisch und Russisch an.
     

Die Landesarbeitsgemeinschaft Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg berichtet in ihrem Papier über die aktuellen Entwicklungen der aufsuchenden Arbeit in öffentlichen Räumen und sammelt derzeit Erfahrungen aus der Praxis, um Handlungsmöglichkeiten und Empfehlungen auszusprechen. Hier geht’s zum Papier.
 

Die Jugendmigrationsdienste in Bayern erwarten, dass die in Folge des Corona Virus verhängten Ausgangsbeschränkungen für eine Welle an hilfebedürftigen jungen Menschen sorgen werden. Der Artikel beschreibt inwieweit sich die Dienststellen und ihre Mitarbeitenden darauf vorbereiten und wie den Menschen auch in der jetzigen Situation geholfen wird.
https://www.wiesentbote.de/2020/04/29/bayern-die-ruhe-vor-dem-sturm-jugendmigrationsdienste/