Navigation

Praxisbeispiele

Straßensozialarbeit in Zeiten der Corona-Pandemie

Der Verein Gangway e.V. – Straßensozialarbeit in Berlin hat zwei Lageberichte zu ihrer Arbeit während Corona veröffentlicht. Hier ein Auszug aus dem ersten Lagebericht:

 

„Leere Straßen und Bahnstationen, freie Platzwahl in der Bahn, geschlossene Geschäfte und eine gespenstische Stille, die beinahe jeden Winkel dieser Stadt beherrscht – Berlin im Ausnahmezustand. Das öffentliche Leben ist durch die Ausbreitung des Coronavirus nahezu zum Erliegen gekommen.

Es liegt auf der Hand, dass wir unsere Arbeit, deren zentraler Aktionsraum die “Straße“ ist, diesen Veränderungen anpassen müssen. Grund dafür ist, dass sich die meist prekären Lebensverhältnisse der Menschen, mit denen wir arbeiten, durch die aktuelle Situation weiter verschärfen. In der aufsuchenden Arbeit haben wir auf „Notversorgung“ geschaltet.“

 

Sie finden die vollständigen Berichte hier und hier. Zur Organisation gelangen Sie hier. (letzter Aufruf am 08.01.2021)

 

Was brauchen junge Menschen in Zeiten der Unsicherheit und Isolation? Momentan gilt es vor allem

  • Beziehungen zu pflegen
  • jungen Menschen Informationen, Inspirationen und Rückhalt zu geben

Verlässliche Erreichbarkeitsstrukturen und niedrigschwellige Zugänge sind dafür besonders wichtig. Hier einige Beispiele, wie dies gelingen kann:

  • Straßensozialarbeit in Zeiten der Corona-Pandemie

    Der Verein Gangway e.V. – Straßensozialarbeit in Berlin hat zwei Lageberichte zu seiner Arbeit während Corona veröffentlicht. Hier ein Auszug aus dem ersten Lagebericht:

    „Leere Straßen und Bahnstationen, freie Platzwahl in der Bahn, geschlossene Geschäfte und eine gespenstische Stille, die beinahe jeden Winkel dieser Stadt beherrscht – Berlin im Ausnahmezustand. Das öffentliche Leben ist durch die Ausbreitung des Coronavirus nahezu zum Erliegen gekommen. Es liegt auf der Hand, dass wir unsere Arbeit, deren zentraler Aktionsraum die “Straße“ ist, diesen Veränderungen anpassen müssen. Grund dafür ist, dass sich die meist prekären Lebensverhältnisse der Menschen, mit denen wir arbeiten, durch die aktuelle Situation weiter verschärfen. In der aufsuchenden Arbeit haben wir auf „Notversorgung“ geschaltet.“

    Sie finden die vollständigen Berichte hier und hier. Zur Organisation gelangen Sie hier (letzter Aufruf am 08.01.2021).
     

  • Die Stadtteilschule Alter Teichweg in Hamburg sendet auf Youtube eine tägliche Late Night Show. Als Moderator berichtet der Schulleiter von seinen Erlebnissen und schaltet Schülerinnen und Schüler als Gäste zu, die wiederum von ihrem Schulalltag zu Hause berichten. Denn unabhängig davon, ob das Lernen digital gut funktioniert – das Herz der Schule, das Zusammensein, das soziale Lernen und der Austausch dürfen nicht aus dem Blick geraten.
    https://www.youtube.com/watch?v=IXQAqrW5A5E (letzter Aufruf am 12.01.2021).
     
  • Wie geht es eigentlich den Jugendlichen? Darauf gibt das Forum der Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit in den nächsten Wochen regelmäßig Antwort. Das erste Interview mit einer Fachkraft aus dem Projekt „Die 2. Chance“ findet sich hier:
    https://jugendsozialarbeit.news/coronakrise-wie-geht-es-eigentlich-den-jugendlichenim-projekt-die-2-chance/ (letzter Aufruf am 12.01.2021).
     
  • Das Projekt „Jugendreporter“ des AJK (Alternative JugendKultur) Bad Kreuznach e.V. gibt jungen Menschen bis 27 die Möglichkeit, unter professioneller Begleitung der Journalistin Seren Evisen darüber zu schreiben, was sie bewegt. Ein Teil der Artikel wird die Stadtteilzeitung „Blickpunkt Pariser Viertel“ füllen, ein anderer wird auf der Internetseite www.bad-kreuznach.de/JSQ (letzter Aufruf am 12.01.2021) veröffentlicht. Auf Grund der aktuellen Entwicklungen war es der Projektgruppe wichtig, das Projekt trotz empfohlener Quarantäne in Form digitaler Interviews fortzusetzen.

    „Wir haben einen Bildungsauftrag und eine Verantwortung gegenüber den teilnehmenden jungen Menschen. Viele haben auf Grund der empfohlenen Ausgangssperre keine sozialen Kontakte außerhalb ihrer Familien und möchten aber ihre Zeit sinnvoll nutzen. Daher führen wir die Interviews digital durch, schreiben gemeinsam über ihre Erfahrungen in der aktuellen Viruskrise und wie sich ihr Leben dadurch veränderte. Die Jugendlichen sind sehr motiviert und freuen sich, dass wir das Projekt in dieser Form weiterführen können“, so Seren Evisen (Projektleitung).

    Das Projekt ist kostenlos, Interessierte könnten sich gerne bei Seren Evisen (seren.evisen@ajk-kulturzentrum.de) melden.
     
  • Die Arbeitsgemeinschaft Jugendfreizeitstätten Sachsen e.V. hat ein „digitales Jugendhaus“ aufgebaut, in dem Aktionen und Ideen rund um die Arbeit mit jungen Menschen gesammelt werden. https://www.agjf-sachsen.de/das-digitale-jugendhaus.html (letzter Aufruf am 12.01.2021).
     
  • Die Plattform https://wir-sind-da.online/ des BDKJ bietet jungen Menschen regelmäßig digitale Veranstaltungstipps fürs Wochenende an (letzter Aufruf am 12.01.2021).
     
  • Die Streetworker von Fixpunkt und Karuna haben in Berlin mobile Händewaschstationen aufgebaut. Sie versuchen obdachlose Jugendliche an ihren Treffpunkten aufzusuchen, um über das Virus und Schutzmöglichkeiten zu informieren. Außerdem verteilen sie Getränke und Lunchpakete und betreuen junge Menschen, die ärztliche Hilfe benötigen, über das Handy.
    Fixpunkt und Karuna, aber auch die Jugendinitiative MOMO versuchen, obdachlose und drogenabhängige Jugendliche in Einrichtungen oder Hotels unterzubringen. (Stand: Frühjahr 2020)
     
  • Für junge Menschen, die auf der Straße, in Not- und Sammelunterkünften und in prekären Wohnverhältnissen leben, sind die Corona-Verordnungen kaum zu realisieren. Gerade jetzt sind die Fachkräfte von Streetwork/Mobiler Jugendarbeit gefordert, den Adressat*innen als verlässliche Ansprechpartner*innen zur Seite zu stehen, sowohl digital als auch „Face-to-Face“. Das Positionspapier der Bundesarbeitsgemeinschaft Streetwork/ Mobile Jugendarbeit e.V. zeigt auf, welche fachlichen Standards jetzt besonders von Bedeutung sind (13.05.2020).
     
  • In der Stadt Hamm führten die Corona-bedingten Einschränkungen der Sparkasse dazu, dass 330 junge Menschen ohne festen Wohnsitz keinen Zugang zu den Leistungen zum Lebensunterhalt erhielten. Deswegen hat der Katholische Sozialdienst e.V. zusammen mit der Drogenberatungsstelle, der Sozialberatungsstelle, dem Jobcenter und der Sparkasse eine ungewöhnliche Lösung organisiert. Mehr dazu finden Sie hier (letzter Aufruf am 12.01.2021).
     
  • Die Jugendberufshilfe in Essen bietet ein Sorgentelefon, die Notbetreuung des Offenen Ganztags und Spaß- und Bewegungsangebote in den sozialen Netzwerken an. Darüber hinaus hat sie eine Initiative gestartet, um in der Textilwerkstatt zusammen mit den jungen Menschen Atemschutzmasken für die ortsansässige Feuerwehr zu nähen. Hier geht es zur Website (letzter Aufruf am 12.01.2021).
     
  • Der Jugendmigrationsdienst Wuppertal hat ein Filmprojekt gestartet, um jungen Menschen dabei zu helfen, ihre Ohnmacht und Isolation zu verarbeiten. Die "Corona Diaries" finden Sie hier auf Yotube. Die Jugendmigrationsdienste bieten außerdem Online-Beratung an. (letzter Aufruf am 12.01.2021).
     
  • Die Landesarbeitsgemeinschaft Mobile Jugendarbeit/Streetwork Baden-Württemberg berichtet in ihrem Papier über die aktuellen Entwicklungen der aufsuchenden Arbeit in öffentlichen Räumen und sammelt derzeit Erfahrungen aus der Praxis, um Handlungsmöglichkeiten und Empfehlungen auszusprechen. Hier geht’s zum Papier (letzter Aufruf am 12.01.2021).
     
  • Die Jugendmigrationsdienste in Bayern erwarten, dass die in Folge des Corona Virus verhängten Ausgangsbeschränkungen für eine Welle an hilfebedürftigen jungen Menschen sorgen werden. Der Artikel beschreibt inwieweit sich die Dienststellen und ihre Mitarbeitenden darauf vorbereiten und wie den Menschen auch in der jetzigen Situation geholfen wird (29.04.2020, letzter Aufruf am 12.01.2021).