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Stationäre Hilfen zur Erziehung

„Wir als gemeinnützige Jugend- und Behindertenhilfe in Gladbeck GmbH unterstützen den Aufruf, uns als stationärer Träger der Jugend- und Behindertenhilfe stark zu machen [und] uns in unserer Arbeit nicht zu vergessen. Leider haben wir im ersten Lockdown dieses sehr deutlich zu spüren bekommen, indem man uns permanent vergessen hatte, wenn es um Einbeziehung der Verordnungen ging.“

~Siegfried Schmitz pädg. Geschäftsführer, gemeinnützige Jugend- u. Behindertenhilfe in Gladbeck GmbH

Stationäre Hilfen zur Erziehung gehören zur sogenannten „kritischen Infrastruktur“, die zwingend aufrechterhalten werden muss. Da die Betreuung über Tag und Nacht nur im unmittelbaren Kontakt erfolgen kann, tangieren die Auswirkungen der Corona-Pandemie in den stationären Hilfen zur Erziehung vielfältige Organisations- und Alltagsfragen auf verschiedenen Ebenen. Herausforderungen zeigen sich in diesem Handlungsfeld vor allem auf folgenden Ebenen:

  1. Jede Einrichtung benötigt eine Organisationsstruktur, die gewährleistet, dass immer wieder tagesaktuell auf die notwendigen Anforderungen reagiert werden kann und so die Betreuung der jungen Menschen, die Arbeit mit den Familien sowie der Fürsorge für Mitarbeitende Rechnung getragen wird. (Mehr dazu)
  2. Durch die Schließung der Kitas und Schulen sowie die Vorgaben zur Kontaktbeschränkung verbringen die jungen Menschen ihre Zeit fast ausschließlich im Gruppenkontext. Somit gilt es erweiterte Betreuungskapazitäten zur Verfügung zu stellen, Homeschooling zu realisieren sowie den Gruppenalltag in Teilen neu auszugestalten. (Mehr dazu)
  3. Die Kontakte zu Eltern und anderen Familienmitglieder wie z.B. Geschwistern gilt es unter den aktuellen Rahmenbedingungen auszugestalten. (Mehr dazu)
  4. Neue Anforderungen erwachsen durch die notwendigen Hygienemaßnahmen in der Gruppe/Einrichtung, durch vorbereitende Maßnahmen zum Umgang mit Erkrankten und der Schaffung von Quarantänemöglichkeiten. (Mehr dazu)
  5. Kontaktbeschränkungen gilt es auch in Gruppe und Einrichtung sicher zu stellen. (Mehr dazu)
  6. Auch unter Bedingungen von ausgeweiteten Betreuungszeiten und ggf. größeren Personalausfällen durch Quarantäne oder Krankheit müssen personelle Kapazitäten gesichert werden. (Mehr dazu)
  7. Um Zugänge zu bedarfsgerechten Hilfen auch aktuell zu sichern, braucht es weiterhin Neuaufnahmen im Kontext stationärer Hilfen. (Mehr dazu)

Die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege haben in Kooperation mit dem LVR-Landesjugendamt Rheinland und in Abstimmung mit dem LWL-Landesjugendamt Westfalen-Lippe eine FAQ-Liste mit Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Situation in den Einrichtungen der stationären Kinder- und Jugendhilfe veröffentlicht. Diese finden Sie hier (Fassung vom 19.11.2020).

Wie Kinder und Jugendliche die Situation erleben und mit ihr umgehen, hat der Kinder- und Jugendhilfe Landesrat Brandenburg im Rahmen einer "Corona-Umfrage" erhoben. Die Zusammenfassung der Ergebnisse steht online hier zur Verfügung (zuletzt abgerufen am 15.12.2020).

In der Gesprächsreihe über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf junge Lebenswelten ist das Fachkräfteportal der Kinder- und Jugendhilfe mit Fachkräften aus der stationären Erziehungshilfe im Dialog. Sie berichten, wie die momentane Situation in Jugendwohngruppen aussieht. Wie gehen die Jugendlichen mit den Veränderungen um und welche Chancen können sich daraus ergeben? Das Interview finden Sie hier (Stand: 08.12.2020).