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Frühe Hilfen

Den Frühen Hilfen kommt inzwischen eine wichtige Rolle in der sozialen Infrastruktur für Familien zu. Sie bieten werdenden Eltern und Familien mit Säuglingen und Kleinkindern frühzeitig Unterstützung an, damit sie bestmöglich selbst die Versorgung, Pflege, Erziehung und Förderung ihrer Kinder wahrnehmen können. Zeigen sich verdichtete Belastungslagen und mögliche Gefährdungslagen greifen die Frühen Hilfen diese aktiv auf und sorgen für die notwendige Klärung, um sie frühzeitig abwenden zu können. Die Frühen Hilfen leisten hiermit einen wichtigen Beitrag zu einem präventiven Kinderschutz.

Im Angebotsportfolio der Frühen Hilfen haben sich insbesondere die aufsuchenden Angebote der Gesundheitsfachkräfte (Familienhebammen, FGKiKP etc.), aber auch offene Begegnungsmöglichkeiten und Gruppenangebote für Eltern bewährt. Sie bieten niedrigschwellige Zugänge zu Information und Beratung sowie zu alltagsnaher Begleitung und Entlastung an. Vor dem Hintergrund der Maßgaben zu Kontaktbegrenzungen, Kontakt- oder auch Ausgangssperre stellt sich die Frage, wie notwendige und geeignete Unterstützung unter veränderten Rahmenbedingungen gestaltet werden kann. Diese Frage stellt sich umso dringlicher, als mit zunehmender Dauer dieser Rahmenbedingungen davon auszugehen ist, dass das Konflikt- und Gewaltpotential in den Familien ansteigt und die Eltern mit ihren Bewältigungskompetenzen an ihre Grenzen stoßen.

 

Postkarte "Starke Nerven ... brauchen auch mal Unterstützung!"
NZFH und BMFSFJ haben eine Postkarte entworfen, mit der Familien zu überregionalen, insbesondere auch telefonischen und Online-Beratungsmöglichkeiten informiert werden können. Weitere Informationen finden Sie hier.
Hier die Postkarte.

Empfehlungen und FAQs für Fachkräfte der Frühen Hilfen vom NZFH

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) hat auf seiner Webseite inzwischen Empfehlungen und FAQ für Fachkräfte in den Frühen Hilfen bereitgestellt, die in Kooperation mit Landeskoordinierenden, Netzwerkkoordinierenden und Fachkräften der Frühen Hilfen erarbeitet wurden und fortlaufend aktualisiert und ergänzt werden. Diese finden Sie hier.

Frühe Hilfen in Zeiten von Corona gestalten – Online-Befragung von Gesundheitsfachkräften durch das NZFH

Das Nationale Zentrum Frühe Hilfen (NZFH) hat eine qualitative Online-Befragung von Gesundheitsfachkräften in den Frühen Hilfen durchgeführt. Dabei wurde sowohl die eigene berufliche Situation der Gesundheitsfachkräfte als auch die Situation der Familien beleuchtet. Weitere Informationen zur Befragung finden Sie hier.

Die Antworten der Gesundheitsfachberufe zur Frage nach der Gestaltung ihres beruflichen Auftrags unter den Maßgaben der Kontaktbegrenzung zeigen folgende Handlungsansätze und Herausforderungen in der Praxis:

  • Die Gesundheitsfachberufe führen ihre Beratungs- und Betreuungstätigkeit weiter. Ungefähr die Hälfte der Fachkräfte tut dies ausschließlich oder überwiegend in Form von telefonischer Beratung anstatt mit Hausbesuchen.
  • Die Verlagerung der Beratung auf telefonische und digitale Kontakte geht damit einher, dass die Frequenz der Kontakte erhöhte wurde.
  • Hausbesuche werden auf die dringendsten Fälle begrenzt und werden unter Beachtung der Hygiene- und Abstandsregelung oder im Freien durchgeführt.
  • Hausbesuche werden vor allem zur Krisenintervention und zur Abklärung bzw. Abwendung einer möglichen Kindeswohlgefährdung weiterhin durchgeführt.
  • Die veränderten Bedingungen haben zu deutlichen Begrenzungen in den Aufnahmekapazitäten geführt: rund ein Drittel der Fachkräfte gibt an, dass sie aktuell keine neuen Familien aufnehmen können. Die Gründe liegen zum einen in der fehlenden Möglichkeit zu Hausbesuchen und Erstkontakten, zum anderen aber auch in den begrenzten Kapazitäten. Begrenzungen ergeben sich aus den Anforderungen der laufenden Arbeit und den krankheitsbedingten Vertretungen.

Ausführlichere Informationen zu den Befragungsergebnissen bezogen auf die berufliche Situation der Gesundheitsfachkräfte finden Sie hier.

Die Gesundheitsfachkräfte wurden auch zu ihren Einschätzungen bezüglich der Situation der Familien im Zeichen von Corona befragt. Aus den Ergebnissen zu diesem Fragebereich wird deutlich:

  • Die Familien wenden sich mit ihren Fragen an die Gesundheitsfachkräfte. Dabei geht es wesentlich um Information zu Regelungen bezüglich des Kontaktverbots aber auch zu Hygieneregeln, Schutzmöglichkeiten und Übertragungswegen besonders auch im Blick auf die Kinder.
  • Knapp zwei Drittel der Gesundheitsfachkräfte sehen ein erhöhtes Risiko für Gewalt in den Familien. Knapp jede fünfte Fachkraft nimmt bereits erste Anzeichen eines erhöhten Gewalt-Risikos in Familien wahr.

Die Gesundheitsfachkräfte selbst sehen in ihren originären Aufgaben der Beratung und Begleitung im Rahmen der Frühen Hilfen eine mögliche und gerade auch in der aktuellen Situation besonders wichtige Unterstützung für die Familien.

Weitere Informationen zu den Befragungsergebnissen bezogen auf die Sicht der Gesundheitsfachkräfte auf die Situation der Familien finden Sie hier.

 

Praxisbeispiele der Frühen Hilfen in Nordrhein-Westfalen

Die Landeskoordinierungsstelle Frühe Hilfen für Nordrhein-Westfalen hat eine Befragung der Netzwerkkoordinator*innen und Anbieter der Frühen Hilfen in ihrem Zuständigkeitsbereich durchgeführt. Das Anliegen der Befragung war, einen Wissenstransfers innerhalb der Fachcommunity zu organisieren und die Wege der Information, Begleitung und Unterstützung von (werdenden) Familien während der Zeiten der Kontakteinschränkungen zu beschreiben. Etwa ein Drittel der Kommunen hat an der Befragung teilgenommen. Die Landeskoordinierungsstelle hat die Rückmeldungen ausgewertet und in einem Artikel zusammengefasst. Hier werden fünf Handlungsstrategien beschrieben:

  • (Digitale) Angebote für Familien im Rahmen der Frühen Hilfen
  • Kontaktmöglichkeiten im Rahmen der Gesundheitsorientierten Familienbegleitung
  • Lotsendienste in Geburtskliniken
  • Willkommensbesuche für Neugeborene
  • Kommunikation in den Netzwerken Frühe Hilfen

Den gesamten Artikel hierzu stellen wir Ihnen hier zur Verfügung.

Von folgenden Anbietern erreichten uns konkrete Beispiele, wie Frühe Hilfen Familien auch in Zeiten der Kontaktbegrenzung unterstützen: