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Gruppenalltag und Homeschooling gestalten

Durch die Kita-und Schulschließungen sowie die Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen entstehen in den Wohngruppen zeitlich ausgedehntere Betreuungsnotwendigkeiten, die denen in Ferienzeiten ähnlich sind. Anders als sonst in Ferienzeiten gilt es aber, mit den Kindern und Jugendlichen der gesamten Gruppe den Alltag auszugestalten sowie schulische Aufgaben zu bearbeiten, da Arbeits- und Wochenpläne, die von Seiten der Schule an die Schülerinnen und Schüler ausgegeben werden, bearbeitet werden müssen. Gerade bezogen auf diese schulischen Anforderungen ergeben sich neue organisatorische, technische und inhaltliche Anforderungen. So müssen Arbeitsmaterialien ausgedruckt und zur Verfügung gestellt werden, digitale Lernoptionen sowie entsprechende Arbeits- und Unterstützungsmöglichkeiten gilt es für die jungen Menschen bereit zu stellen. In der praktischen Umsetzung zeigt sich, dass die technische Grundausstattung von oftmals nur einem PC, der von Seiten der jungen Menschen genutzt werden kann aktuell nicht hinreichend ist, um den schulischen Anforderungen angemessen begegnen zu können. Gleichzeitiges Arbeiten mehrerer Schüler*innen auf netzbasierten Plattformen von Schulen ist unter diesen Voraussetzungen nicht zu realisieren. Viele Einrichtungen versuchen deshalb gerade die Verfügbarkeit von PCs und Laptops in den Gruppen aufzustocken.

Das DIJuF hat auf seiner Seite zu Fragen und Antworten zur Corona-Krise im Bereich „Hilfe zur Erziehung - Stationär" die Frage beantwortet, welche Möglichkeiten der Kostenübernahme es für technische Ausstattung für stationär untergebrachte Kinder und Jugendliche gibt. Sie beziehen sich dabei auf § 39 Abs. 3 SGB VIII. Die komplette Antwort finden Sie hier.

Um dem verstärkten Personaleinsatz auf Grund der zusätzlichen Dienstzeiten am Vormittag gerecht zu werden und um den schulischen Anforderungen angemessen zu begegnen, finden Einrichtungen aktuell sehr unterschiedliche Lösungen.

Das Heilpädagogische Kinderheim Oberotterbach macht gute Erfahrungen damit, dass Integrationsfachkräfte der Einrichtung das „Homeschooling“ übernehmen.

Ein Mitarbeiter aus dem Heilpädagogischen Kinderheim Oberotterbach berichtet, wie Unterstützung beim Homeschooling durch Integrationsfachkräfte erfolgen kann.


Darüber hinaus gewinnt die Ausgestaltung von Freizeit innerhalb der eigenen Gruppenbezüge an Bedeutung. So sind Ideen der Fachkräfte gefragt, um Spiel-, Sport-, Bildungs- und Kreativangebote zu machen, die den Tag strukturieren und eine positive Grundstimmung in der Gruppe befördern. Einrichtungen deren Gruppen jeweils über ein eigenes Außengelände verfügen, haben hier zurzeit Vorteile, da diese Flächen auch in Zeiten von Kontaktbeschränkungen gruppenbezogen genutzt werden können. Ideen, Spiel- und Bastelanleitungen sowie weitere wertvolle Tipps zur Freizeitgestaltung werden in einzelnen Einrichtungen gruppenübergreifend gebündelt und den Fachkräften zur Verfügung gestellt.


Einschätzungen zu den Veränderungen im Gruppenalltag aus dem Heilpädagogischen Kinderheim Oberotterbach von Andrea Haas.


Auch stellen sich durch die zeitlichen Freiräume der Mädchen und Jungen noch einmal verstärkt Fragen der Mediennutzung, die es jeweils gemeinsam mit den jungen Menschen auszuloten gilt. Medienpädagogische Fragestellungen gewinnen in diesem Zusammenhang an Bedeutung.

 

Franka Burkert, therapeutische Fachkraft einer stationären Jugendhilfeeinrichtung, spricht über die Veränderungen in der Tagesstruktur junger Menschen. Welche Herausforderungen treten in Zeiten von Corona in der Verselbstständigung junger Menschen auf? Und wie kann eine bedarfsorientierte Begleitung und Betreuung derzeit aussehen?