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In Kontakt bleiben

„Kontakt halten, in Kontakt kommen, Kontakt neu aushandeln"

✔ Der Kontakt zu den jungen Menschen und ihren Familien kann auch gegenwärtig aufrechterhalten werden und wir können auch mit jungen Menschen neu in Kontakt kommen, wenn sie es brauchen. Dies zeigen viele Beispiele aus der Kinder- und Jugendhilfepraxis

Die Reduzierung oder gar Vermeidung von unmittelbaren sozialen (körpernahen) Kontakten stellt nicht die grundlegenden Arbeitsweisen, Settings und Methoden der Kinder- und Jugendhilfe zur Disposition.

Vielfach wurde in den Medien darüber berichtet, dass im Gleichklang mit der Geschwindigkeit, mit der das öffentliche soziale Leben in den vergangenen Wochen reduziert wurde, auch eine Reduzierung der Arbeit der Kinder- und Jugendhilfe stattgefunden habe. Vielerorts beweisen auch die Angebote der Kinder- und Jugendhilfe das Gegenteil. Die Träger transformieren ihre Angebote, so dass sie weiterhin mit den jungen Menschen und ihren Familien in Kontakt kommen können.

Kindertagesstätten, Horte, Schulen, Jugendzentren, Mehrgenerationenhäuser und Familienbildungsstätten wurden zwar für den unmittelbaren Besuch geschlossen – oder auf Notangebote reduziert. Dennoch können Fachkräfte in diesen Institutionen weiterhin Angebote machen. In stationären Einrichtungen können Außenkontakte derzeit nur sehr eingeschränkt stattfinden, aber auch hier gibt es weiterhin die Möglichkeit, z.B. mit Eltern über Videochats oder andere Medien im Austausch zu bleiben. Auch die Fachkräfte in den Gruppen sind bemüht, im Gruppenalltag so weit Normalität wie möglich aufrecht zu erhalten. Für die Situation einer stationären Erziehungshilfe unter Quarantäne – falls ein junger Mensch in der Betreuung erkranken sollte – werden Vorkehrungen getroffen.

Die Kinder- und Jugendhilfe baut in all ihren Handlungsfeldern auf sozialen Kontakten und Interaktionen auf, hilft dabei diese zu stiften, Erziehung und Bildung zu unterstützen oder Beziehungskonflikte zu bearbeiten. Professionelles Handeln in den Feldern der Kinder- und Jugendhilfe erfolgt im Kontakt und unter Beteiligung von Menschen aller Altersgruppen an vielfältigen (sozialen) Orten. Von den Frühen Hilfen über die Kindertagesbetreuung, die Hilfen zur Erziehung, die Jugendarbeit und die Jugendsozialarbeit bis hin zum Kinderschutz erfolgt Erziehung, Beziehung, Beratung, Bildung, Hilfe und Schutz zumeist in unmittelbarem Kontakt mit Menschen.

Daher werden in diesem Modul das Thema „Kontakt-Halten in Distanz“ näher beleuchtet und Beispiele einer experimentellen Praxis aus unterschiedlichen Handlungsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe vorgestellt, um die jungen Menschen und Adressat*innen weiterhin zu unterstützen.